Geschichte
Die Gilde ist erstmals durch den Statut (Schützenbrief) des Magistrates der Stadt Höxter 1595 (erneuert 1695) urkundlich erwähnt. Man kann jedoch davon ausgehen, dass sie sicherlich noch älter ist. Bekannt ist, dass Schützenvereine und -gilden in den Kriegszeiten von 1936 - 1945 aufgelöst oder verboten wurden. Die Gilde wurde 1950 wieder aufgestellt. Seit dieser Zeit leiteten vier Kommandeure das Bataillon.Dies waren:
1922-1954 Franz Lakemeier
1954-1972 Gottfried Klingemann
1972-1993 Reinhold Rose
1993-2011 Claus-Werner Ahaus
seit 2011 Thomas Schöning.
Folgende Hauptleute beim Stabe unterstützten den Kommandeur in dieser Zeit:
1929-1951 W. Klabes
1951-1965 Heinrich Quellhorst
1965-1980 Karl Brinkmann
1980-1992 Horst-Hermann Bitterberg
1992-2003 Ottfried Hitz
2003-2007 Thomas Nesemeier
seit 2007 Christoph Otten.
Rechnungsführer bzw. Festleiter waren:
1925-1951 L. Jürgens
1951-1962 Richard Göcke de Vivie
1951-1955 Richard Köllmann
1951-1970 Richard Diedrichs
1959-1974 Franz Hohmann
1963-1978 Friedel Freise
1972-1986 Heinz Prior
1974-1995 Alfred Micus
1978-1995 Paul Rux
1986-2011 Franz-Josef Wiesemann
1995-2003 Hartmut Schild
seit 1995 Michael Schuster
2003-2011 Jürgen Wefer
seit 2011 Dirk Puhl
seit 2011 Sascha Stankowski.
Eine wichtige Rolle spielt auch der Adjudant. Seit der Wiederbegründung hatten 8 Mitglieder dieses Amt inne:
1951-1957 Friedrich W. Clemens
1957-1978 Paul Rux
1978-1990 Hugo Kuhne
1990-1994 Ansgar Meier-Tegetmeier
1994-1998 Mathias Micus
1998-2003 Thomas Nesemeier
2003-2007 Christoph Otten
seit 2007 Stephan Czerwonka.
Neben den satzungsmäßigen Ämtern gibt es noch andere Ämter wie Standartenträger, Schellenbaum- und Schwertträger. Ihre Namen lassen sich in der Festschrift zum 500-jährigen Bestehen nachlesen.
Eine vollständige Geschichte der Gilde an dieser Stelle wiedergeben zu wollen, würde sicherlich den Rahmen sprengen. Deshalb seien hier exemplarisch nur die beiden großen Jubiläumsschützenfeste 1970 und 1995 genannt. An ihnen nahmen tausende von Bürgern und Gästen teil. 1970 war einer der Höhepunkte der Sturm der Pankgrafen aus Berlin auf die Stadt und 1995 fand ein ebenso unvergesslicher Festumzug durch die Straßen Höxters statt, bei dem die Stadt, ihre Geschichte und ihre Bürger gezeigt wurden.
Wo kommt die Gilde her?
Wo die Gilde tatsächlich herkommt, dass liegt im Dunkeln. Die erste Urkunde, die erhalten geblieben ist, liegt im Staatsarchiv in Hannover. Dabei handelt es sich um eine 1695 erstellte Abschrift der eigentlichen Stiftungsurkunde von 1595. Diese Urkunde von 1595 soll allerdings in Kriegszeiten abhanden gekommen sein. Aufgrund der Tatsache, dass allein im Dreißigjährigen Krieg mehrmals Truppen durch Höxter gezogen sind und mehrere Schlachten in und um Höxter geschlagen wurden, ist dies sehr wahrscheinlich.Die eigentlichen Gilden und Bruderschaften, die im westfälischen Raum existieren, stammen in der Regel aus den im frühen Mittelalter allerorten bestehenden örtlichen Bürgerwehren. Auch in Höxter gab es eine streng militärisch organisierte Bürgerwehr. Davon zeugt auch das Dokument aus dem Jahre 1695.
In Höxter bestanden zunächst drei, dann vier Viertel, die unter dem Kommando eines Schaffers standen. Dieser ist mit dem heutigen Hauptmann zu vergleichen. Alle Viertel hatten neben den Waffen der wehrfähigen Bürger auch eigene Waffen, Harnische etc. zur Verfügung.
Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich auch das Bild der Gilde und auch das Engagement der Schützen. In den Zeiten der beginnenden stehenden Heere schwand die Notwendigkeit der Gilden und Bruderschaften. Vielfach gingen sie zeitweise unter und wurden dann erst wieder im 18. und 19. Jahrhundert wieder erweckt. Teilweise waren sie dann aber mehr Schützenvereine. Auch in Höxter waren zeitweise Schützenverein und Schützengilde ein und dasselbe. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts trennten sich Gilde und Verein wieder voneinander. Während die Gilde mehr die traditionellen Werte wie Tradtion und Heimat vertritt, ist der Schützenverein ein Sportverein.
Heute rekrutieren sich die Mitglieder nicht mehr so streng aus den Vierteln, sondern man ist häufig in der Kompanie, in der man möglichst viele kennt. Dennoch sind viele Mitglieder auch heute noch in den Kompanien, aus deren traditionellen Vierteln sie stammen. Die Gilde hat etwa 1000 Mitglieder, so daß man noch viele kennenlernen kann. Wenn Sie es auch mal ausprobieren wollen, melden Sie sich doch mal beim jeweiligen Kompanievorstand. Schauen Sie doch mal nach, in welchem Quartier Sie wohnen oder beantragen Sie per E-Mail Ihre Mitgliedschaft.
Die 4 Kompanien der Gilde
Die Schützengilde Höxter besteht aus 4 Kompanien. Diese Gliederung ergibt sich aus der Aufteilung der Stadt in ursprünglich 3 und später 4 Stadtviertel. Die erste Kompanie hat ihre Heimat im Viertel südlich des Zentrums, dem Stummrigen Viertel. Die zweite Kompanie im Petri-Viertel, dem westlichen Viertel. Die dritte Kompanie hat ihren Ursprung im östlichen Viertel, dem Grube-Viertel und die vierte Kompanie im Nikolai-Viertel im Westen der Altstadt.Die Kompanien der heutigen Gilde sind nicht mehr alleine in ihren Altstadt-Vierteln beheimatet, sondern rekrutieren sich aus dem gesamten Bereich der Kernstadt und teilweise auch aus den Ortschaften. Dabei sehen die Kompanien ihre Quartiere weiterhin im Bereich der alten Stadtviertel. Die Quartiere wurden aufgrund der Verlängerung der Grenzen in die neuen Viertel der Stadt entsprechend vergrößert.
Die alten Grenzen sowie die Verlängerung der Grenzen kann man in der unten eingefügten Karte ansehen.
Dabei orientierten sich die alten Grenzen auch an der Konfession, was sich in der Vorgeschichte der Gilde wiederspiegelt.
Erste Kompanie Kompaniefarbe: blau
Zweite Kompanie Kompaniefarbe: grün
Dritte Kompanie Kompaniefarbe: rot
Vierte Kompanie Kompaniefarbe: gelb
Die Quartiere der 4 Kompanien
Auf dieser Grafik sehen Sie die Quartiere der Kompanien der Gilde.Die Kompaniequartiere sind farblich gekennzeichnet. Die runden farbigen Punkte stellen die Antreteplätze dar. Die Kompanielokale sind als kleines Haus in den jeweiligen Kompaniefarben gekennzeichnet. Wenn Sie auf das entsprechende Viertel klicken, werden Sie zu der jeweiligen Kompanieseite verwiesen und finden dort weitere Informationen.
Seite aktualisiert am 16. Juli 2011 (mb).